


Seit Juli dieses Jahres hat unser Verein eine eigene Patenpflanze im Arzneigarten des Wissenschaftsgartens der Goethe-Universität Frankfurt, wo ich als Gärtnerin tätig bin.
Heute möchte ich euch den Herzsamen – auch Herzerbse oder Ballonrebe genannt – vorstellen, damit ihr ihn besser kennenlernen könnt.
Der Herzsame ist eine einjährige Kletterpflanze mit zahlreichen filigranen, kleinen weißen Blüten, die vielen verschiedenen Insekten als Nahrungsquelle dienen. Er kann eine Wuchshöhe von bis zu 3,5 m erreichen. Seine Heimat liegt in Australien, Afrika, Südamerika sowie dem südlichen Teil Nordamerikas und Asiens.
Der botanische Name lautet Cardiospermum halicacabum und er gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse.
Wie entstand dieser interessante und zugleich etwas lustige Name?
Cardiospermum setzt sich zusammen aus cardio = Herz und spermum = Samen. Der schwarze Samen trägt ein weißes, herzförmiges Mal – was übrigens auch erklärt, warum wir genau diese Pflanze als Patenpflanze ausgewählt haben.
Halicacabum leitet sich ab von griechisch halí = Salz/Meer und kakabos = blasenförmiges Gefäß. Das bezieht sich auf die ballonartige Form der Fruchtkapseln, die an ein kleines Salzfass erinnern. In einer Fruchtkapsel befinden sich ein bis drei Samen, die etwa 3 bis 5 mm groß sind.
Der Herzsame ist nicht nur eine sehr schöne Pflanze mit außergewöhnlichen Samen, sondern auch eine geschätzte Arzneipflanze – daher steht sie bei uns im Arzneigarten. Alle Pflanzenteile können genutzt werden. In der Naturheilkunde und Homöopathie wird Cardiospermum vor allem bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis eingesetzt, da die Pflanze entzündungshemmende Eigenschaften besitzt, die denen von Kortison ähneln. Auch bei rheumatischen Beschwerden sowie Atemwegs- und Verdauungsproblemen kommen ihre Wirkstoffe zum Einsatz.
Ich hoffe, ich konnte euch unsere Patenpflanze etwas näherbringen und euch ein wenig mit meiner Begeisterung anstecken.
Von Mai bis Ende Oktober könnt ihr sie gerne im Wissenschaftsgarten besuchen.
Ich freue mich schon sehr auf das nächste Jahr – mit dem schönen Gedanken, dass es unsere JEMAH-Pflanze ist, die ich wieder mit viel Liebe heranziehen und pflegen darf. Gerne nehme ich euch dabei mit.
Text | Bild: Jessica Tumm
