Beim letzten Treffen unserer SHG hatten wir (die Regionalgruppe Augsburg) Besuch von der Heilpraktikerin Frau Sandra Valenti-Friedl. Sie ließ uns an ihrem reichhaltigen Wissen über Kräuter teilhaben.

Von den Anfängen der Kräuterheilkunde in den Klöstern mit „Digitalis“ als erstem Herzmedikament führte sie uns über die Entdeckung vom Pfeilgift Strophanthin als natürlichem Herzmittel, zu unseren heimischen Heilkräutern. Wir erfuhren, dass zu Zeiten der Klostermedizin, das Herz als Sitz der Seele angesehen wurde. Wollte man damals das Herz stärken, suchte man nach einer Arznei, die ausgleichend wirkte und die den Menschen froh und befreit machte. – Heute ein wiederentdeckter Ansatz der jungen Wissenschaft Psychokardiologie. Nachdem viele Jahre das Herz von der Medizin als bloßer Motor des Körpers angesehen wurde.  Schwerpunkt des Vortrages waren die Herz-stärkenden-Kräuter unserer Heimat. Heilkräuter, die bei uns auf dem Balkon oder im Garten wachsen, oder die wir bei einem Spaziergang in der Natur sammeln können.

Herz-stärkenden-Kräuter unserer Heimat

Frau Valenti-Friedl machte uns bewusst, wie wertvoll die Anwendung von frischen Kräutern im Alltag ist. Sei es als Verfeinerung in unserem täglichen Essen oder als Tee. Auch können wir uns mit Heilkräutern als Badezusatz oder einem Wickel oder einer Auflage etwas Gutes tun.

So wirkt z.B. Rosmarin belebend aber nicht so aufregend wie Kaffee. Oder Pfefferminze regt die Leber und die Verdauung an. Was vor allem bei Jemahs, die viele Medikamente nehmen förderlich ist. Wir erfuhren, dass Melisse bei Herzbeschwerden, Angespanntheit von Magen-Darm oder nervöser Unruhe hilft und auch äußerlich bei Herpes Labialis angewendet werden kann.

Für hormonabhängige Beschwerden empfahl Frau Valenti-Friedl das Herzgespann. Ein Anwendungstipp für dieses Heilkraut war dabei die Teemischung zur Herzkräftigung in der Monopause nach Margret Madejesky.

Auch der duftende Lavendel zählt zu den Kräutern fürs Herz. Er hilft u.a. bei nervöser Anspannung und Herzrhythmusunregelmäßigkeiten.

Die Herz-stärkende-Pflanze schlechthin, ist der Weissdorn. Fast alle seine Pflanzenteile wie Blüten, Blätter und Früchte wirken heilkräftig. Mit seinem Hauptwirkstoff Saponin + weiteren Inhaltsstoffen wie Gerbstoffe, Harz, ätherische Öle, Zucker, Schleim- und Bitterstoffe gehört er in jeden Herz-Tee. Oder er kann als Herz-Wein getrunken werden.

Schlehe, Arnika und Zitrone wurden auch besprochen. So sind in den Skorodit Wala Kreislauf Globuli velati Inhaltsstoffe der Schlehe enthalten. Welche in niederer Potenz bei Erschöpfungszuständen kräftigen, in der Rekonvaleszenz helfen und die Herz-Kreislauf-Tätigkeit unterstützen können.

Arnika wird oft als Homöopathisches Notfallmittel bei äußeren Verletzungen eigesetzt. Auch für seelische Wunden ist es unterstützend z.B. bei (Krankenhaus-)Traumata. Wichtig ist zu wissen, dass es dabei u.U. zu allergischen Reaktionen kommen kann. Auch machten Kieferchirurgen bei Menschen die Blutverdünner nehmen die Erfahrung, dass bis zu D-30-potenziertes-Arnika zu verstärkten Blutungen führen kann. Insofern ist man mit C-Potenzen auf der sichereren Seite.

Zwar kein heimisches Heilkraut aber doch sehr einfach zu bekommen ist die Zitrone. Die bei einem Gefühl der Schwere und Überwässerung gut in Form von einem Zitronen-Pulswickel angewandt werden kann. Dieser erzielt über die Peripherie eine Wirkung auf den gesamten Organismus.

Ärztlichen Rat einholen?

Ebenfalls ein Thema war die Differenzierung zwischen dem, was wir selbst tut können und wo es notwendig ist eine ärztliche Meinung einzuholen. So können wir uns bedenkenlos einen herzstärkenden Tee gönnen. Und damit eine mehrwöchige Kur, z.B. mit der Teemischung für Herz-Kreislauf nach Maria von Treben machen. Oder den „Herzklopfen“-Tee aus der Bahnhofsapotheke Kempten trinken. Im Gegensatz zu konzentrierten Pflanzenextrakten und Nahrungsergänzungsmitteln. Deren Einnahme sollten wir auf jeden Fall ärztlich abklären.  Da es dabei sehr leicht zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen kann.

Frau Valenti-Friedl hatte einige Kräutertinkturen für uns zum Probieren dabei. Auch der Herz-Kreislauf-Tee nach Maria von Treben oder der „Herzklopfen“-Tee aus der Bahnhofsapotheke Kempten wurde frisch aufgebrüht und wir konnten probieren und vergleichen. Sie gab uns Literaturempfehlungen und nützliche Rezepte an die Hand für Teemischungen, Wickel und Auflagen oder auch zum Ansetzen von Herz-Wein. Es ist aufbauend und wohltuend zu wissen, dass wir selbst mit ganz einfachen Mitteln im Alltag unser Herz stärken und viel für unsere Herzgesundheit tun können. Für uns war der Vortrag eine Bereicherung und Motivation – Herzstärkende Kräuter aktiv zu verwenden, bzw. gezielt anzuwenden.

Texte und Bilder: Regionalgruppe Augsburg